documenta X - home 21. Juni - 28. September 1997
Zu unserem Special
Im Sinne unseres Projekts »Universes in Universe« (siehe Info) ist dieses Special auf die Präsenz Afrikas, Asiens und der Amerikas bei der dX konzentriert. Wir sind durchaus der Meinung, daß Kunst aus diesen Regionen nicht isoliert oder gar als ein spezielles »Randphänomen« des internationalen Kunstgeschehens betrachtet werden sollte. Kunst von vornherein einer geographischen Herkunft der Künstler zuzuordnen ist ohnehin fragwürdig. Allerdings geht auch die Argumentation von Catherine David erneut in diese Richtung.

Schon zur letzten documenta ist viel über die Einbeziehung »nicht-westlicher Kunst« diskutiert worden. Während die einen meinten, die Tür zum weltweit wichtigsten Ereignis zeitgenössischer Kunst hätte sich nunmehr für sie aufgetan, war anderen die Beteiligung zu gering.

Es war zu erwarten, daß dieses Thema bei der documenta X eine noch erheblich größere Rolle spielen würde. Der interkulturelle Diskurs in den letzten Jahren und das bekanntermaßen große Interesse Davids für die Kunst der »Randgebiete« (ein von ihr gebrauchter Ausdruck) haben diesbezüglich hohe Erwartungen geweckt. Immerhin hatte sie verkündet, es ginge ihr bei der Vorbereitung der dX um »eine umfassende Bestandsaufnahme und Interpretation der heutigen Kultur«.

Das Ergebnis ist allerdings enttäuschend. Sicher, in »100 Tage - 100 Gäste« kommen relativ viele Cineasten, Schriftsteller, Künstler, Philosophen etc. aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu Wort. Doch verkündete David zugleich, zeitgenössische Kunst sei in den nicht-westlichen Kulturen zumeist nur eine »Begleiterscheinung« und die wirklich relevanten kulturellen Äußerungen seien vornehmlich in der Musik, der gesprochenen und geschriebenen Sprache (Literatur und Theater), dem Film zu finden (siehe Statements und Kommentare). Demzufolge nahm sie in den Parcours, den Ausstellungsteil der dX, nur wenige Künstler aus diesen Teilen der Welt auf.

Wir teilen zwar Davids Auffassung, daß sie nicht die UNO ist (wie sie selbst sagte) und es insofern nicht um eine paritätische Präsenz des ganzen Globus gehen kann, doch wirft ihr Konzept an sich viele Fragen auf. In unserer Sektion »Meinungen« veröffentlichen wir Statements dazu und zur documenta selbst. Eine Linkliste führt zu diversen Rezensionen der documenta X.

Die Veranstalter widmen der Information über die teilnehmenden Künstler nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Auf eine entsprechende Anfrage in Bezug auf die Web Site, die eine hervorragende Informationsmöglichkeit sein könnte, antwortete man uns, sie sei als einer der dX - Ausstellungsräume konzipiert und kein Info-Kiosk. Dort ist nicht einmal eine Künstlerliste zu finden. Deshalb stellen wir zumindest die Teilnehmer mit ihren Arbeiten vor, die uns im Kontext unseres Projekts besonders interessieren.
Rückblick -
documenta IX
Jan Hoet wollte auch abseits der Zentren nach interessanter Kunst suchen. Er sei tatsächlich fündig geworden, meinte er noch in der Vorbereitungsphase. Auf die Frage, warum er dann aber nicht mehr Künstler aus der »nicht-westlichen« Welt aufgenommen hätte, antwortete er, sie seien nur »für ihr Land und ihre Epoche wichtig, jedoch nicht autonom im Sinne einer universellen Zeichensprache«.

Dazu Zitate / Kommentare


documenta X

Bei der Pressekonferenz antwortete Catherine David auf die Frage, warum nicht mehr Künstler aus der 'Dritten Welt' vertreten sind: »... Ich habe offensichtlich meine Zeit vergeudet und Sie die Ihre. Lesen Sie bitte meinen Text. ... Ich mag diese Diskussion nicht mehr weiterführen, sie erscheint mir wirklich lächerlich.«

Wir haben einige Texte gelesen. Äußerungen zu diesem Thema:

Statements / Kommentare
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