documenta X - home 21. Juni - 28. September 1997
Zitate und Kommentare zur Einbeziehung von Kunst aus Afrika, Asien, Lateinamerika in die documenta IX, 1992
»Wir haben uns gesagt, wir müssen die documenta völlig neu angehen; wir fangen wieder bei Null an. Wir vergessen die Künstler, die wir kennen, vergessen die Szene, unsere Zeitschriften und unsere Bibliothek. Wir gehen auf Reisen und berichten anschließend dem Publikum von A bis Z.«

Jan Hoet in einem Interview mit Art, Nr. 3/1992, S. 68

Wer die documenta mit ihren vielen Stammgästen einer kritischen Prüfung unterzieht, kommt bald einmal zum Schluß: Im Westen nichts Neues. Denn als Weltausstellung der zeitgenössischen Kunst kann sie nicht angesehen werden. Obwohl Jan Hoet ... den geographischen Horizont weiter steckte als seine Vorgänger, kann nicht von einer Öffnung hin zur Dritten Welt gesprochen werden. ...

... Die diesjährige documenta bewies, daß die Türe zur westlichen Kunstwelt für Künstler von der Dritten Welt nur einen Spaltbreit offensteht.

Paolo Bianchi, in: Kunstforum, Band 119/1992, S. 527 und 532

... Hoet glaubt an die universelle Gültigkeit der westlichen Ästhetik. ... Er hat den Osten, aber auch die Länder Afrikas oder Asiens so gut wie vergebens durchreist, weil nichts den eigenen Visionen entsprach ...

Eduard Beaucamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.6.1992

... Man kann aber auch in der bildenden Kunst eine rasante Entwicklung beobachten. Zur documenta hat Jan Hoet zum ersten Mal zwölf Künstler aus der sogenannten Dritten Welt eingeladen, das war zwar manchen zu wenig, aber ich sehe es als kühnes Statement an, zwei afrikanische Bildhauer, die bisher ignoriert worden waren, in eine solche Ausstellung einzubeziehen.

Alfons Hug, Leiter der Ausstellungsabteilung im Haus der Kulturen der Welt Berlin. neue bildende kunst, Heft 4/5 1995, S. 108
Jan Hoet

Foto: Ludwig Rauch
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