documenta X - home 21. Juni - 28. September 1997
Pressetext zu »100 Tage-100 Gäste«
Die documenta X ist nicht nur eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst: sie ist ein kulturelles Ereignis. Ein Teil dieses Ereignisses ist die Veranstaltung 100 Tage - 100 Gäste.

100 Tage lang sollen Statements der unterschiedlichsten Art Eindrücke und Erkenntnisse ermöglichen, die die Ausstellung ergänzen die aber vor allem über sie hinausführen, sie in größerem Abstand umkreisen, ihren notwendig im dreidimensionalen Raum abgesteckten Horizont verlassen: dieses Forum heißt 100 Tage - 100 Gäste. Vom 21. Juni bis zum 28. September 1997, also während der gesamten Dauer der documenta X, wird die documenta-Halle ein Ort der Begegnung und des Austausches sein. Täglich um 19 Uhr begrüßt Catherine David einen Gast oder mehrere Gäste. Im Anschluß an deren ca. 40 minütigen Beitrag besteht für das Publikum die Möglichkeit, mit den Gästen und dem documentaTeam zu diskutieren.

Der Zustand der Kultur war immer schon ein Indikator für den Zustand der Welt, Kunst eine eigene Sprache, über diesen Zustand zu sprechen. Wie und worüber sprechen andere? Neben »kulturellen Akteuren«, also Künstlern der Ausstellung, Filmemachern, Theaterleuten, Architekten und Schriftstellern sollen hier auch Vordenker und Intellektuelle - Philosophen, Kritiker, Soziologen, Politologen, Wirtschaftswissenschaftler etc. -ihren Standpunkt zu Fragen der Globalisierung vorstellen.

Die komplexen Verknüpfungen und die Mehrdimensionalität, die den Zustand der heutigen Welt bestimmen, spiegeln sich im Themenspektrum dieser Beiträge wider. Das reicht von Gedanken über die Entwicklung der Moderne in nicht-westlichen Kulturen über die Möglichkeiten einer Kulturpolitik unter den Bedingungen des Weltmarktes bis zu Erörterungen der Phänomene »Universalismus« und »Identität«. Fragen nach den Grundlagen der Demokratie und eines verantwortlichen Bürgersinns nach den Grenzen des Neoliberalismus oder nach den Folgen der neuen lnformationstechnologien reichern diese offene Diskussion weiter an.

Ein großer Teil der Gäste kommt aus nicht-westlichen Kulturkreisen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf jenen Ländern, deren kulturelles Schaffen sich traditionsgemäß weniger im Bereich der bildenden Künste entfaltet. Diese Länder werden auf der documenta X gleichwohl mit ihren besten Kulturschaffenden vertreten sein, ob sie nun mit Film, als Literaten oder auch an einer Universität arbeiten.

Alle Beiträge von 100 Tage - 100 Gäste werden vollständig von Bund Media (Berlin) auf Video aufgezeichnet und live ins Internet eingespeist. Darüber hinaus werden diese Aufzeichnungen digital archiviert und können von interessierten dX-Besuchern nachträglich jederzeit an Computerterminals in der documenta-Halle abgerufen werden.

In der Buchhandlung Walther König können Veröffentlichungen der eingeladenen Gäste sowie Künstlerbücher der dX-Künstler erworben werden, ein Café lädt zu einer Pause während des Ausstellungsrundgangs oder zum Weiterdiskutieren nach der Abendveranstaltung ein.

Fremdsprachige Beiträge werden simultan ins Deutsche übersetzt.
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