documenta X - home 21. Juni - 28. September 1997
Gabriel Orozco
Gabriel Orozco Geboren 1962 Veracruz, Mexiko. Lebt in New York und Mexiko-Stadt.
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Im Museum Fridericianum:

Black Kites, 1997

Ausgangspunkt des Beitrags von Gabriel Orozco ist ein menschlicher Schädel, den der Künstler in langsamer, konzentrierter Arbeit mit einem Netzwerk schmaler Linien überzog. Eine »Zeichnung in der dritten Dimension« nennt Orozco diese eigenartige Schädeltopographie, deren Entstehungsprozeß sorgfältig dokumentiert wurde. In Auseinandersetzung mit den skulpturalen Strukturen des Totenschädels gelingt es ihm, eine neue poetische Qualität der Abstraktion über die ursprüngliche, ikonographische des Schädels zu legen. So entsteht ein neues Objekt, das offensichtlich mehrere mögliche Definitionen von Skulptur ausfüllen kann. Genügt es einerseits abstrakt-ästhetischen Ansprüchen einer westlichen Moderne, transportiert es gleichzeitig rituelle und kultische Eigenschaften, die an auch in Europa - dort vor allem in katholischen Ländern - gepflegte Traditionen anknüpfen, Gebeine Verstorbener zu bleichen, auszuschmücken und dann in extra dafür vorgesehenen Beinhäusern zur Schau zu stellen.

(aus dem Text von Suzanne Prinz im dX-Kurzführer)
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